Mieterverein beklagt zu viele Eigentumswohnungen in Berlin. Initiative sorgt sich um einkommensschwache Haushalte


Der Berliner Mieterverein klagt über zu viele Berlin-Immobilien in Eigentümerhand. Geschäftsführer Reiner Wild hat anlässlich einer vom Mieterverein erstellten Analyse von Wohnungsangeboten beklagt, dass es zunehmend schwieriger werde, eine erschwingliche Mietwohnung in Berlin zu finden. Besonders problematisch, so Wild, sei die Umwandlung von Mietwohnungen in Eigentumswohnungen. So seien im Jahr 2014 11.296 Berliner Mietwohnungen in Eigentum umgewandelt. Dies entspricht einem Plus von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Spitzenreiter ist jetzt Friedrichshain-Kreuzberg, wo mehr als 21 % aller neuen Umwandlungen stattfänden, wo sich aber gleichzeitig nur 7,8 % des gesamten Berliner Wohnungsbestandes befänden. Die Zahl der Haushalte mit niedrigem Einkommen ist in Kreuzberg hoch, die Kaufkraft liege deutlich unter dem Berliner Durchschnitt, so Wild weiter. Bezirksansässige Mieter mit mittlerem oder niedrigem Einkommen hätten daher Probleme, bei einem Wohnungswechsel in ihrem Bezirk ein passendes Angebot zu finden. Für das Jahr 2015 erwartet der Mieterverein eine Abschwächung bei Umwandlungen von Berlin-Immobilien. Ein Grund ist der vom Senat für sogenannte Milieuschutzgebiete eingeführte Genehmigungsvorbehalt. Dieser setzt eine Genehmigung für die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen voraus.

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